© GLOBAL 2000

Erster Littering-Bericht von GLOBAL 2000:
Vermüllte Natur – typisch österreichisch?

Nicht biologisch abbaubarer Abfall hat in der Natur nichts verloren und doch ist er überall zu finden. Das kann schlimme Folgen für Natur, Mensch und Umwelt haben. Mit der DreckSpotz-App sammelte GLOBAL 2000 von Mai bis September mit der Hilfe von hunderten Freiwilligen Littering-Daten in der österreichischen Natur (VABÖ hat berichtet). 26.500 Stück oder eine knappe Tonne bzw. 12.500 Liter Littering-Abfall wurden dokumentiert. Den größten Anteil nach Stück, Masse und Volumen hatte Plastik aller Art. GLOBAL 2000 hat die Ergebnisse jetzt in einem Bericht veröffentlicht.

Eine starke EU-Einwegplastik-Richtlinie ist dringend nötig

Die Erhebungen haben gezeigt, dass Plastik in der Natur nicht ausschließlich ein Problem der Meere ist:. Typisch fürs Littering in Österreich sind Verpackungen kurzlebiger Konsumgüter wie Getränkeflaschen und -Becher, Essens-Boxen und auch Zigarettenstummel. Nach Lisa Kernegger Ökologin bei GLOBAL 2000, könnte eine starke Einwegplastik-Richtlinie, wie sie gerade auf EU-Ebene verhandelt wird, das Problem eindämmen: „Diese Richtlinie darf bei den Trilog-Verhandlungen keinesfalls verwässert werden, denn dann ist zu erwarten, dass sich nichts ändert und weiterhin massenhaft Plastikmüll in der Natur landet.“

Zigarettenstummel sind gefährlicher Sondermüll

Am zweithäufigsten wurden Zigarettenstummel gefunden, die zum Großteil aus Plastik bestehen und von denen eine besondere Umweltgefahr ausgeht. Die im Filter aufgefangenen Schadstoffe wie Nikotin, Arsen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle können in Böden und Gewässer gelangen und diese schädigen.

Getränkeverpackungen werden auch besonders häufig angetroffen: In Stück machen sie 12 % aus, besonders Getränkedosen werden achtlos in die Natur geworfen. Am Gesamtvolumen des Littering-Abfalls machen Getränkeverpackungen sogar 20 % aus, dazu tragen vor allem die PET-Flaschen bei. „Die Verantwortung für die Vermüllung der Natur darf nicht auf die KonsumentInnen abgewälzt werden. Die Politik muss das Problem an der Wurzel packen und dafür sorgen, dass endlich weniger Wegwerfplastik in Umlauf ist.“ meint Lisa Kernegger. Sie fordert eine verpflichtende Mehrwegquote und die Einführung von verpflichtendem Pfand auf Einweg-Getränkeverpackungen in einer angemessenen Höhe, um dem rücksichtslosen Littering von Getränkeverpackungen in der Natur entgegenzuwirken.

Die DreckSpotz-App ist eine Initiative von GLOBAL 2000 gemeinsam mit den Sektionen Edelweiss und Gebirgsverein des Österreichischen Alpenvereins. Die Anwendung dieser Gratis-App ist sehr einfach: Wird Müll vorgefunden, wird dieser mittels der App fotografiert, in eine Kategorie eingeteilt (Plastik, Metall, Papier, Zigaretten, Glas/Keramik und Sonstiges) und automatisch via GPS verortet. Diese Daten befüllen eine Datenbank, die als Grundlage für den vorliegenden Bericht dienten. Der Müll wird von den App- BenützerInnen fachgerecht entsorgt.

Mehr Informationen …

Presseaussendung von GLOBAL 2000

Bericht „Müll in Österreichs Natur“ zum Download

VABÖ-News: Der Dreckspotz sammelt Littering-Daten