Farbe im Kreislauf:
Chancen für ein ressourcenschonendes Malerhandwerk

Wie kann das Malerhandwerk nachhaltiger werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Workshops des Ressourcen Forum Austria gemeinsam mit der Fachzeitschrift Farbenkreis. Die Diskussion zeigte deutlich: Die Branche verfügt über ein enormes Potenzial, Kreislaufwirtschaft praktisch umzusetzen – und davon auch wirtschaftlich zu profitieren.

Farben, Lacke, Werkzeuge und Hilfsmittel verursachen einen großen Teil der Betriebskosten. Gleichzeitig entstehen durch Restfarben, Verpackungen und kurzlebige Verbrauchsmaterialien erhebliche Abfallmengen. Wird hier angesetzt, können Betriebe sowohl Material und Geld sparen als auch ihren ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren. Wiederverwendung von Restfarben, langlebige Werkzeuge, reparaturfreundliche Geräte oder gemeinsame Rücknahmesysteme für Gebinde sind nur einige Beispiele für Maßnahmen, die bereits heute umsetzbar sind.

Konkrete Ansatzpunkte für mehr Kreislauf im Malerhandwerk
Der Bericht zum Workshop zeigt darüber hinaus, dass Kreislauffähigkeit weit über die Materialauswahl hinausgeht. Organisation, Geschäftsmodell, Mobilität und Energie spielen ebenso eine Rolle. Wer Auftragswege optimiert, Transportfahrten reduziert oder Maschinen gut wartet, leistet ebenfalls einen Beitrag zu Ressourcenschonung und Kosteneffizienz.

Einige praktische Beispiele für mehr Nachhaltigkeit im betrieblichen Alltag:
– Restfarben als Grundierung oder für andere Projekte wiederverwenden bzw. mit Kolleg:innen tauschen.
– Überbetriebliche Rücknahmesysteme für Leergebinde organisieren — z. B. gemeinsam mit anderen Betrieben.
– Abdeckmaterialien, Klebebänder etc. durch wiederverwendbare Varianten ersetzen.
– Werkzeuge und Maschinen pflegen bzw. reparieren statt ersetzen.
– Wege innerhalb des Betriebs oder zu Baustellen möglichst effizient gestalten – z. B. mit E-Scooter oder Lastenrad für kurze Fahrten.

Für Malerbetriebe ist Kreislaufwirtschaft weit mehr als ein ökologisches Schlagwort: Sie verbessert die Wirtschaftlichkeit, stärkt die Unabhängigkeit von Rohstoffpreisen und schafft ein modernes, nachhaltiges Unternehmensimage. Das Whitepaper „Farbe im Kreislauf“ bietet einen praxisnahen Überblick und zeigt, wie einfach der Einstieg sein kann.