Kreislaufwirtschaft als Wirtschaftsmotor:
Von der Umweltpflicht zur Standortstrategie
Florian Iro, Präsident des Ressourcen Forum Austria, stellte beim Empfang des Seebrunner Kreises im Oktober 2025 klar: Kreislaufwirtschaft ist längst mehr als Recycling und Umweltauflage. Gemeinsam mit Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik diskutierte er Zukunftsstrategien für den Wirtschaftsstandort Österreich – mit einem deutlichen Fokus auf die ökonomische Dimension der Ressourcenwende.
Österreich befindet sich in einer Transformationskrise mit sinkendem BIP und rückläufiger Wettbewerbsfähigkeit. Doch statt in Krisenrhetorik zu verfallen, betont Florian Iro: „Wir sind die Vordenker. Und als solche sprechen wir über Zukunftsstrategien, die heute schon funktionieren – eine davon ist die Kreislaufwirtschaft“. Seine zentrale Botschaft: „„Wer heute Ressourcen im Kreis führt, führt morgen Märkte an.“
Die ökonomische Relevanz der Kreislaufwirtschaft lässt sich dabei an drei Faktoren festmachen:
– Versorgungssicherheit: Österreich importiert rund 75% seiner Primärrohstoffe aus oft instabilen Regionen. Durch Wiederaufbereitung und Re-Use können Bauteile mit 60–80% weniger Ressourceneinsatz wiederverwendet werden.
– Kosten- und Risikoabsicherung: Materialkosten machen über 40% der Gesamtkosten in der produzierenden Wirtschaft aus – deutlich mehr als Energiekosten. Geschlossene Stoffkreisläufe senken Kosten und Preisrisiken.
– Wertschöpfung und Beschäftigung: Reparaturdienstleistungen, Materialaufbereitung und Re-Use-Engineering bringen Arbeitsplätze und Know-how zurück nach Europa.
Vom Wollen zum Tun
Für Unternehmen existieren bereits Werkzeuge wie Design for Circularity, Nutzung von Sekundärrohstoffen oder der Kompass Kreislaufwirtschaft. Von der Politik forderte Iro planbare Rahmenbedingungen, Investitionsanreize für Rückführungsprozesse und digitale Stoffstrom-Transparenz. „Wir brauchen keine Ideologie und keine Verbote, sondern Verlässlichkeit für eine ökonomische Ressourcenwende“, so Iro.
Das Fazit: Bei der Ökologie machen Unternehmen nur mit, wenn es wirtschaftlich Sinn macht – und Verbraucher:innen nur, wenn sie auf nichts verzichten müssen. Kreislaufwirtschaft verbindet beides.

