Österreichs Haushalte sammeln 163 Kilogramm Altstoffe pro Kopf
Österreichs Haushalte leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft: Laut aktuellen Daten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) sowie des Umweltbundesamts wurden im Jahr 2024 rund 1,5 Millionen Tonnen Altstoffe getrennt gesammelt. Das entspricht 163 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner und macht rund ein Drittel des gesamten Siedlungsabfalls aus Haushalten aus.
Zu den Altstoffen zählen unter anderem Papier und Kartonagen, Glas- und Metallverpackungen, Leichtverpackungen, Alttextilien oder Altholz. Durch die getrennte Sammlung können diese Materialien recycelt und als Rohstoffe erneut genutzt werden. Die Zahlen zeigen, dass die getrennte Sammlung in Österreich auf hohem Niveau funktioniert und einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung leistet.
Tirol liegt deutlich vorne
Ein Blick auf die Bundesländer zeigt deutliche Unterschiede: Tirol führt mit 218 Kilogramm gesammelten Altstoffen pro Kopf das Ranking an und liegt damit deutlich über dem Österreich-Durchschnitt. Dahinter folgen Oberösterreich (195 kg) und Salzburg (179 kg). Das Burgenland und die Steiermark erreichen jeweils 176 Kilogramm, Niederösterreich 169 Kilogramm pro Einwohnerin bzw. Einwohner.
Unter dem Bundesdurchschnitt liegen Kärnten (155 kg), Vorarlberg (152 kg) und Wien mit 103 Kilogramm pro Kopf. Die Unterschiede hängen unter anderem mit der jeweiligen Siedlungsstruktur und den regionalen Sammelsystemen zusammen. Während in ländlichen Regionen häufig höhere Sammelmengen erzielt werden, besteht insbesondere in Ballungsräumen weiteres Potenzial zur Verbesserung der getrennten Sammlung.
Altpapier bleibt wichtigste Sammelfraktion
Den größten Anteil an den gesammelten Altstoffen macht Altpapier aus. Papier, Kartonagen, Drucksorten und entsprechende Verpackungen stellen rund 37 Prozent der gesamten Altstoffmenge. Es folgen Altholz mit 20 Prozent sowie Glasverpackungen mit 17 Prozent.
Die hohe Sammelquote kann jedoch nur durch das Zusammenspiel von Bevölkerung, Kommunen und Abfallwirtschaft erreicht werden. Österreich verfügt über eine umfassende Sammel- und Verwertungsinfrastruktur: Im Jahr 2024 waren österreichweit rund 3.600 Anlagen zur Verwertung, Vorbehandlung und Beseitigung von Abfällen in Betrieb, darunter mehr als 330 Sortier- und Aufbereitungsanlagen für Altstoffe.
Kreislaufwirtschaft braucht Abfalltrennung
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die getrennte Sammlung ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft ist. Je besser Altstoffe erfasst werden, desto mehr Materialien können hochwertig recycelt und als Sekundärrohstoffe wieder eingesetzt werden. Gleichzeitig zeigen die Unterschiede zwischen den Bundesländern, dass Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und eine nutzerfreundliche Sammelinfrastruktur weiterhin wichtige Hebel sind, um die Kreislaufwirtschaft in Österreich weiterzuentwickeln.
Quelle: Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich, Statusbericht 2026 für das Referenzjahr 2024, BMLUK, ist zum Download verfügbar unter: https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/abfall-und-kreislaufwirtschaft/die-bestandsaufnahme-der-abfallwirtschaft-in-oesterreich.html

