VABÖ Newsletter Oktober 2017

15.10.2017

VABÖ unterstützt die Initiative der österreichischen Abfallwirtschaft Rund geht's!

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an info@vaboe.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: info@vaboe.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Neues VABÖ-Blatt:
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Nachhaltige Entwicklungsziele der UNO
Nachhaltige Entwicklungsziele der UNO

Das Ziel ist äußerst ambitioniert, die Vision gesellschaftsverändernd: In den nächsten 13 Jahren sollen Hunger und extreme Armut auf der ganzen Welt beseitigt werden. Was bedeutet das für Österreich und noch konkreter für die Abfallberatung?

Die 2015 von den 193 UN-Mitgliedsstaaten beschlossene Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung nimmt sowohl Entwicklungs- und Schwellenländer als auch Industriestaaten in die Pflicht und will die zur Jahrtausendwende beschlossenen Millenniumsziele fortführen. Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, die so genannten SDGs (Sustainable Development Goals), geben Leitlinien für nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene vor und bauen auf dem Prinzip auf, alle Menschen miteinzubeziehen.

Die folgenden Ziele (SGDs) bieten interessante Anknüpfungspunkte für die Abfallberatung:

  • Ziel 2: Kein Hunger (Nahrungssicherheit, weniger Lebensmittelverschwendung, Bodenschutz/Humus, siehe auch VABÖ-Blatt 2/2017)
  • Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Ziel 12: Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster
  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Ziel 15: Leben am Land

Mehr Informationen und Anregungen gibt es im VABÖ-Blatt 3/2017, zum Download hier…
Zur Seite der Sustainable Development Goals der UNO (Englisch) geht es hier …

Das VABÖ-Blatt zum Download gibt es hier ...
Zum Appell vom VOEB zur Bioabfallsammlung im VABÖ-Newsletter vom August geht es hier ...


02. Studie des Österreichischen Ökologie Instituts:
Abfallvermeidung in der Lebensmittelproduktion

Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelproduktion
Screenshot RepaNet

121.800 Tonnen Lebensmittelabfälle jährlich könnten schon in der Produktion vermieden wären. Das zeigt eine aktuelle Studie des Ökologie-Instituts.

10 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Österreich jährlich verarbeitet. Dabei entstehen 14 % Abfälle, ein Prozentpunkt davon wäre vermeidbar. Fast die Hälfte der vermeidbaren Abfälle, nämlich 51.700 Tonnen fallen in der Backbranche an, davon der Großteil als retourniertes Brot und Gebäck.

Bisher gab es nur Schätzungen, nun untersuchte das Ökologie Institut erstmals für Österreich die Abfallentstehung bei der Produktion von zehn Lebensmittelkategorien: Backwaren, Bier, Feinkost und Gewürze, Fette und Öle, Fleisch, Gemüse- und Obstveredelung, Getränke, Milch und Molkerei, Tiefkühlkost sowie Zucker und Süßwaren. Zusätzlich zur qualitativen Datenerhebung wurde pro Branche zumindest in je einem Betrieb eine Abfallsortieranalyse durchgeführt.

Die Broschüre, die als PDF online oder als gedruckte Version verfügbar ist, gibt einen Überblick darüber, wie die einzelnen Branchen aufgebaut sind, welche Mengen an Abfällen in den jeweiligen Lebensmittelproduktionen anfallen und in welchem Produktionsschritt diese verursacht werden.

Die größten Mengen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen entstehen übrigens nicht in der Produktion, sondern in der Außer-Haus-Verpflegung (z.B. Gastronomie) mit 175.000 Tonnen und in den privaten Haushalten mit 206.000 Tonnen. Großes Vermeidungspotential gibt es also in allen drei Bereichen.

Weitere Informationen:

Die Broschüre „Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelproduktion“ zum Download gibt es hier…
Wir empfehlen auch das VABÖ-Blatt 2/2017 mit Schwerpunkt Bioabfall und 1/2015 mit Schwerpunkt Lebensmittelabfälle zum Download hier…
Informationen zur Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ BMLFUW gibt es hier …

Rund geht`s biogener Abfall


03. Nachhaltigkeitsagenda der Getränkewirtschaft:
Verpflichtungen für Mehrweganteil fehlen

Christian Pladerer, Österreichisches Ökologie-Insitut
Christian Pladerer, Österreichisches
Ökologie-Institut

Die zahnlose Nachhaltigkeitsagenda der Getränkewirtschaft wurde bis 2030 verlängert und damit wieder eine Chance vertan, Abfälle zu vermeiden und unser Klima zu schützen. Im Sinne des Klima- und Umweltschutzes und zur langfristigen Unterstützung und Absicherung der regionalen Mehrwegabfüller ist eine kontinuierliche Steigerung der Mehrwegquote im Getränkesektor anzustreben, eine Stabilisierung ist bei weitem zu wenig. Eine Stellungnahme von Christian Pladerer, Österreichisches Ökologie-Institut.

Obwohl Abfallvermeidung der oberste Grundsatz im europäischen Abfallrecht ist, fallen in Österreich jährlich über vier Milliarden Getränke in Dosen, Einwegflaschen und anderen Wegwerfverpackungen als Abfall an. Die umweltfreundliche Mehrweg-Pfandflasche wird immer mehr aus den Regalen der Supermärkte verdrängt. Seit dem Beginn der freiwilligen Selbstverpflichtung von Industrie und Handel zur Förderung von Mehrwegflaschen ist der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen dramatisch gesunken, von rund 60 Prozent auf 20 Prozent, und befindet sich damit auf einem historischen Tiefstand, wobei selbst diese Mehrwegquote fast ausschließlich vom Getränkeangebot der Gastronomie getragen wird. Im Lebensmitteleinzelhandel besteht hingegen de facto keine Wahlfreiheit für Konsumentinnen mehr. Fast nur bei Bier und im geringen Maß bei Mineralwasser bietet der Handel noch umweltfreundliche Mehrweg-Alternativen. Dieser Negativtrend schadet unserer Umwelt, denn im Gegensatz zu der Mehrweg-Glasflasche, die bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden kann, landet die Einwegflasche, egal ob aus Plastik oder Glas direkt im Müll. Die Fakten sind eindeutig: Mehrwegflaschen vermeiden nicht nur Abfall, sondern sparen auch Energie, Rohstoffe, schützen unser Klima und sichern Arbeitsplätze in Handel und Getränkewirtschaft.

Österreichs Bundespolitik setzt seit der Aufhebung der rechtlichen Vorgaben zum Schutz von Mehrwegverpackungen nach wie vor auf freiwillige Vereinbarungen wie jene der aktuellen „Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen 2018-2030“. Dieser freiwilligen Vereinbarung fehlt es an verbindlichen Sanktionsmaßnahmen, sie kann nur als erster Schritt in Richtung einer gesetzlichen Regelung angesehen werden.

Die Umweltorganisationen ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung, WWF Österreich, GLOBAL 2000, Österreichisches Ökologie-Institut, „die umweltberatung“ Wien, RepaNet und VABÖ haben sich im Sommer 2017 in einem offenen Brief an den Umweltminister gewandt und vorgeschlagen, dass eine Steigerung des Mehrweganteils als ziffernmäßiges Ziel Eingang in die neue Nachhaltigkeitsagenda finden soll und eine Kennzeichnungspflicht der Getränkegebinde, um den KonsumentInnen eine klare Unterscheidbarkeit zwischen Einweg- und Mehrweggebinden zu ermöglichen. Da leider diese Mindestanforderungen für eine ernst zu nehmende Selbstverpflichtung der Getränkewirtschaft nicht erfüllt sind, halten wir – das Österreichische Ökologie-Institut – an unserer Forderung fest, dass das in Kooperation mit dem BMLFUW erarbeitete ÖkoBonus-Modell oder vergleichbare rechtlich verbindliche Maßnahmen mit konkreten und sanktionierbaren Zielen zur Sicherung und zum Ausbau von Mehrweggebinden in Österreich umgesetzt werden sollen.

Zum offenen Brief Mehrweg geht es hier …
Infos zur Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen 2018-2030 gibt es hier …


04. Salzburger Regionalitätspreis:
Repair Café Initiative Seenland prämiert

Prämierung Repair Café Seenland
© Bezirksblätter J. Wieland

Der Regionalitätspreis wurde am 4. Oktober bereits zum achten Mal von den Bezirksblättern Salzburg an Menschen vergeben, die mit ihren Initiativen einen Beitrag für die Umwelt, die regionale Wirtschaft und die sozio-kulturellen Strukturen in der Region Salzburg leisten. Bewerben konnten sie sich in zehn Kategorien, darunter etwa Kunst und Kultur, Gesundheit und Lebensqualität, Generationen und Zusammenleben. Die Repair-Café-Initiative des Regionalverbandes Salzburger Seenland gewann den Preis in der Kategorie Energie und Umweltschutz.

Der Regionalverband organisiert gemeinsam mit den zehn Mitgliedsgemeinden regelmäßige Repair-Cafés im Rahmen der Umwelt- und Abfallberatung und der Klima- und Energiemodellregion Salzburger Seenland.

Ein Repair-Café ist eine Veranstaltung, bei der Freiwillige, die das nötige Fachwissen haben, gemeinsam mit den BesucherInnen deren defekte Geräte oder andere Gegenstände reparieren. Die Repair-Cafés im Salzburger Seenland sind außerdem ein sozialer Treffpunkt, bei denen auch Kaffee und Kuchen angeboten wird. Seit drei Jahren werden die Repair-Cafés zwei mal jährlich abwechselnd in den zehn Mitgliedsgemeinden organisiert und in der ganzen Region beworben. Sie locken jedes Mal mehrere hundert BesucherInnen an. Zusätzlich finden in den Gemeinden je nach Bedarf kleinere Repair-Cafés statt, die kleinräumiger beworben werden.

Der Regionalverband Salzburger Seenland kümmert sich um die Organisation und sorgt für einen geordneten Ablauf vor Ort. Die Gemeinden stellen Räumlichkeiten und eventuell HelferInnen zur Verfügung. Auch die Bildungswerke in den Gemeinden unterstützen die Repair Cafés.

Mehr Informationen gibt es ...

... auf der Seite von Repair-Café Seenland …
auf meinbezirk.at
Infos zur Salzburger Repair Café Initiative gibt es hier …
Infos zur Ausschreibung gibt es hier …


05. Abfallberatung Zuckersüß:
Trennung und Vermeidung in der Gastronomie

Trennung und Vermeidung in der Gastronomie
© Jens Zehnder, pixelio.de

„Zuckersüß”, das Abfallvermeidungsprojekt für die Gastronomie in den Gemeinden rund um das steirische Gleisdorf, wurde im Juli 2017 von den AbfallberaterInnen des AWV Weiz wieder aufgenommen. (Quelle: AWV Weiz)

Die Idee stammt von 2013 und wurde über die Jahre weiterentwickelt. In drei Gemeinden und der Stadt Gleisdorf besuchten die AbfallberaterInnen die Gemeindeämter und Gastbetriebe. Sie verteilten 200 kostenlose Zuckerstreuer als Alternative zu Portionsverpackungen, Informationsmaterialien wie das Abfall-ABC und das Abfalltrennblatt und informierten die BetreiberInnen darüber, wie sie direkt im Betrieb Abfall vermeiden können. Die AbfallberaterInnen standen auch für alle Fragen zur Abfalltrennung zur Verfügung. Von manchen der Antworten waren die interessierten GastronomInnen sichtlich überrascht.

Die Herausforderung bei der Abfallvermeidung und –trennung in der Gastronomie ist, den Aufwand gering zu halten, vor allem bei Zeitdruck. Ein Pluspunkt für das Vermeiden und korrekte Trennen ist die finanzielle Ersparnis, weil die Gastronomiebetriebe so ihren Restmüll reduzieren. Der erste Schritt dorthin ist das entsprechende Bewusstsein und der Wille.

Den Artikel im Newsletter vom AWV Weiz gibt es hier …


06. Rewe macht es vor:
Mehrweg für Wurst und Käse

Mehrweg für Lebensmittel
© Peter Smola, pixelio.de

In einigen Rewe-Filialen in Deutschland können KundInnen sich bestimmte unverpackte Lebensmittel in den eigenen Mehrwegbehälter füllen lassen. (Quelle: Utopia)

Fast wie im Tante-Emma-Laden, nur mit strengeren Auflagen, funktioniert das Konzept, das Rewe derzeit in Duisburg und Dinslaken testet. KundInnen können ihre eigenen Boxen für Wurst, Fleisch und Käse mitnehmen. Das Problem bei Frischhaltedosen ist die Sicherstellung der Hygiene, denn nichts, was KundInnen mitbringen, darf hinter die Frischetheke kommen. Damit das nicht passiert, müssen die KundInnen das Behältnis geöffnet auf ein Tablett legen, das Lebensmittel wird von einer/m Angestellten hineingegeben und anschließend verschließen die KundInnen ihren Behälter selbst. Der Kassenbon wird außen drauf geklebt. Für diejenigen, die ihre Dose vergessen haben oder erst im Supermarkt auf den Geschmack kommen, werden Mehrwegboxen zur sofortigen Verwendung angeboten.

Weitere Informationen:

Zum Artikel auf Utopia geht es hier…
Die absurdesten Lebensmittelverpackungen gibt es ebenfalls bei Utopia.


07. Kenia:
Die weltweit strengsten Gesetze gegen Plastiksackerln

Plastiksackerlverbot in Kenia
© Harald Wanetschka, pixelio.de

Zehn Jahre und mehrere Rückschläge hat es gebraucht: Mit dem strengsten Plastiksackerl-Verbot der Welt soll sich Kenia vom Hauptexporteur von Kunststofftragetaschen zum ökologischen Vorbild mausern. (Quelle: Reuters)

Tragetaschen aus Kunststoff gefährden Schildkröten, Seevögel, Delphine, Wale und andere Meeresbewohner. „Wenn wir so weiter machen, haben wir bis 2050 mehr Plastik als Fische im Meer“, sagt Habib El-Habr, ein Experte des Umweltprogramms der UNO in Kenia. Außerdem gelangen die Kunstofftaschen, die erst nach 500 bis 1.000 Jahren abgebaut sein werden, über Fische und andere Tiere in die Mägen der Menschen. In Schlachthäusern in Nairobi wurden auch schon Plastiksackerln aus den Mägen von Kühen entnommen, die für den menschlichen Verzehr bestimmt waren. Vor zehn Jahren gab es das noch nicht, mittlerweile ist es zum Alltag geworden, so Tierarzt Mbuthi Kinyanjui.

Die kenianische Gesetzgebung steuert nun gegen: Seit Ende August ist die Produktion, der Verkauf und selbst die Verwendung von Plastiksackerln gesetzlich verboten und wird mit bis zu vier Jahren Gefängnis bzw. 40.000 $ Buße bestraft.

Ähnlich wie Kenia haben schon über 40 weitere Länder der Welt Verbote oder einschränkende Bestimmungen eingeführt, um die Plastikverschmutzung zu reduzieren. Aber keines dieser Gesetze ist so streng wie jene in Kenia.

Mit dem neuen Verbot könnte die Polizei jeden zur Rechenschaft ziehen, der ein Plastiksackerl mit sich trägt. Aber zunächst würden die Bestimmungen vor allem bei den Herstellern und Inverkehrbringern durchgesetzt, so Umweltministerin Judy Wakhungu.

Nicht alle sind von der neuen Maßnahme begeistert: Samuel Matonda, Sprecher der Kenianischen Herstellervereinigung, sagt, dass diese Maßnahme 60.000 Arbeitsplätze vernichten wird und 176 Herstellern die Existenzberechtigung nimmt. Kenia ist einer der Hauptexporteure von Kunststofftragetaschen in der Region. Matonda rechnet mit Dominoeffekten. Die Leittragenden könnten auch die Frauen sein, die auf den Märkten ihr Gemüse verkaufen und ihren KundInnen bisher Kunststofftaschen mitgaben. Die großen Supermarktketten haben schon seit längerem angefangen, Alternativen anzubieten.

Mehr Informationen:

Zum Artikel auf Reuters geht es hier …
Zur Stellungnahme des KBVÖ zur Tragetaschenverordnung im VABÖ-Newsletter vom September 2017 geht es hier …

Rund geht´s Kunststoffverpackungen


08. Griechenland:
Bonuspunkte für Abfalltrennung

Abfallvermeidung Griechenland
© Ariane Sept, pixelio.de

Weil die Griechinnen und Griechen zu wenige Abfälle trennen, schafft ein Start-up Anreize mit einem Bonuspunkte-System. Langfristig soll damit das Bewusstsein für Recycling gefördert werden. (Quelle: Euroactiv)

Bis 2020 soll die Recyclingrate von Siedlungsabfällen 50 % betragen, das fordert die EU von den Mitgliedsstaaten. Heute, nur drei Jahre vor der gesetzten Frist, liegt der EU-Durchschnitt noch deutlich darunter, bei 28 %.

In Griechenland werden sogar nur 16 % und speziell in Athen nur 13 % des Siedlungsabfalls recycled. Es fehle die Kultur fürs Recycling, so der Sprecher von Greenpeace Griechenland. Zwar wurde 2003 ein neues Konzept für die getrennte Sammlung eingeführt, aber die Bürgerinnen und Bürger werden zu wenig involviert und auch die Infrastruktur reiche nicht aus, nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise.

Um unter den Bürgerinnen und Bürgern eine Recyclingkultur zu entwickeln, haben nun mehrere Start-ups im Land innovative Lösungen entwickelt. Eines davon ist Cyclefi. Das junge Unternehmen fand über Fragebögen heraus, dass die Menschen nicht von der Effektivität des bestehenden Recyclingsystems überzeugt sind. Dazu kommt die mangelhafte Aufklärung und Beratung. Um die Menschen doch zum Recycling zu bewegen und ihr Vertrauen in das öffentliche Sammelsystem zu stärken, hat Cyclefi ein Recycling-Bonus-System entwickelt: Personen, die Müll trennen, erhalten Bonuspunkte, die sie bei Partnerbetrieben einlösen können, zum Beispiel bei bestimmten Stromanbietern und Supermärkten. Dafür müssen sie sich auf der Online-Plattform von Cyclefi anmelden und den Einmal-QR-Code, den sie erhalten, auf ihr Recyclingsackerl kleben. Die Codes werden bei Ankunft in der Recyclinganlage automatisch gescannt und der SammlerIn Punkte gut geschrieben.

Der Sprecher von Greenpeace Griechenland meint dazu, dass der Organisation jede Aktion recht ist, die das Bewusstsein für Recycling stärkt, aber die Hauptlast des Abfallmanagements dürfe dabei nicht auf Start-ups abgewälzt werden. Die öffentliche Hand und die Bürgerinnen und Bürger müssen involviert werden.

Zum Artikel von Euroactiv (englisch) geht es hier …
Zur Seite von Cyclefi (griechisch) geht es hier …

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