VABÖ Newsletter Dezember 2017

22.12.2017

VABÖ unterstützt die Initiative der österreichischen Abfallwirtschaft Rund geht's!

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Neuestes VABÖ-Blatt:
Das Umweltzeichen Tourismus und die Abfallberatung

Umweltzeichen Tourismus
VABÖ-Blatt 4/2017

Das vierte VABÖ-Blatt des Jahres zeigt, welches Potential das Umweltzeichen im Tourismus für die Abfallberatung hat, wie Abfallberaterinnen und –berater die Gastbetriebe aktiv unterstützen können und was sonst noch wissenswert ist.

Tourismus ist einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren mit Potential für eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene. Nachhaltig wirtschaftende Tourismusbetriebe können seit 21 Jahren ihr Engagement für Umwelt und Qualität mit dem Österreichischen Umweltzeichen unter Beweis stellen. Welches Tätigkeitsfeld sich dabei für die Abfallberater und -beraterinnen auftut, ist Thema des VABÖ-Blattes Nummer 4/2017.

Auf Seite 2 des VABÖ-Blatts 4/2017 hat sich ein Fehler eingeschlichen: Das Preisgeld für den Phönix 2018 beträgt nicht 8.000, sondern 7.000 Euro.

Diesmal sind die Webhinweise in der digitalen Ausgabe erstmals mit Direkt-Links hinterlegt, damit Sie noch schneller zu mehr Informationen kommen. Das VABÖ-Blatt erscheint vier Mal im Jahr zu jeweils einem spezifischen Topthema im Bereich der Abfallberatung. Im vierten VABÖ-Blatt des Jahres war das Topthema Umweltzeichen im Tourismus, im dritten die Nachhaltigkeitsziele der UNO (SGDs), im zweiten Bioabfall und im ersten das Abfallcoaching.

Das aktuelle und die vorausgehenden VABÖ-Blätter bis zum Jahr 2009 zum Download finden Sie hier …


02. Internationaler Vergleich:
Offizielle Recyclingquoten entsprechen häufig nicht der Realität

Realität der Recyclingquoten
© Paul-Georg Meister, pixelio.de

Das Europäische Umweltbüro (EEB) meldet, dass einige der europäischen Recyclingvorzeigeländer ihre Recyclingquoten vermutlich überschätzen. Gemeinsam mit dem Umwelt-Consultingunternehmen eunomia hat das EEB eine Untersuchung dazu durchgeführt, wie realistisch die geschätzten und gemeldeten Recyclingdaten der Länder sind.

Laut den offiziellen Meldungen der OECD-Länder hat Deutschland mit 66 % die höchste Gesamtrecyclingquote, gefolgt von Wales (63 %) und Singapur (61 %). Österreich ist an siebter Stelle mit 56 %. Die Top Ten (mit Schweiz und Italien gleichauf auf dem zehnten Platz) haben alle eine Recyclingquote über 50 %.

Die Zahlen werden von den Ländern selbst erhoben, aber nicht nach einheitlichen Methoden, was die Vergleichbarkeit – eigentlich – schwierig macht. Dass die Zahlen trotzdem verglichen werden, kann zu Verzerrungen führen. Die Untersuchung von eunomia und dem EEB versucht genau diese Verzerrungen auszugleichen. Konkret bedeutet das, dass angeschaut wurde, was die Länder in die Raten hineinrechnen und was davon ausgenommen bzw. welche Abfallströme nicht berücksichtigt werden, wie beispielsweise Bauschutt, Industrieabfälle oder Abfälle, die während des Recyclingprozesses entstehen.

Mit den neuberechneten Quoten erreicht keines der Länder mehr die 60-Prozent-Marke. Deutschland ist noch immer auf dem ersten Platz (56,1 %), Österreich ist auf den zweiten Platz vorgerückt mit 53,8 %. Während Wales (52,2 %) hinter Südkorea vom zweiten auf den vierten Platz gerutscht ist und Singapur mit 34 % auf den zehnten Platz. Schweiz und Italien sind wieder gleichauf, aber um fünf Plätze aufgerückt.

Was das Recycling von Haushaltsabfällen betrifft, ist wiederum Deutschland an erster Stelle mit 57 % und Österreich diesmal an vierter mit 53,8 % hinter Taiwan und Wales.

Im Interview mit ends waste & bioenergy sagt der Berichtautor Rob Gillies, dass sich die Top Ten der Recyclingländer nur bei den selbsterhobenen Quoten stark unterscheiden. Wenn die Methodik aber angeglichen wird, rücken sie näher zusammen. Das heißt, dass das Rennen um die ersten Plätze viel knapper ist, als das die offiziellen Zahlen vermuten lassen und alle diese Länder den berechtigten Ehrgeiz haben können, ganz oben auf der Liste zu stehen, also Recycling in allen Bereichen forcieren sollten.

Besonders innerhalb der EU sollte künftig mit dem am 18. Dezember endgültig beschlossenen EU-Kreislaufwirtschaftspaket ein einheitliches Berechnungsschema zum Einsatz kommen, in das auch die Vorbereitung zur Wiederverwendung („preparing for re-use”) nach klaren Kriterien eingerechnet und separat dokumentiert werden muss. Demnach soll diese kombinierte Quote mindestens 55% des Siedlungsabfalls bis 2025 betragen, 60% bis 2030 und 65% bis 2035. Derzeit erreicht den ersten Wert laut EEB weltweit nur Deutschland, Österreich ist nur knapp darunter. Also noch viel zu tun bis 2035 – auch für die kommunale Umwelt- und Abfallberatung!

Weitere Informationen …

Zur Studie von eunomia und dem EEB geht es hier …
Artikel auf ends waste & bioenergy (Englisch)


03. Deutsche Start-ups und Kommunen machen es vor:
Pfandsysteme für Mehrwegkaffeebecher

Pfandsysteme für Mehrwegkaffeebecher
© P. Storz, pixelio.de

Für den Kaffee zum Mitnehmen werden alleine im Deutschland fast drei Milliarden Einwegbecher jährlich verbraucht, pro Stunde landen 320.000 im Müll. Das Rohmaterial dafür wird aus 43.000 Bäumen (64.000 Tonnen Holz) gewonnen. In dem Pfand-Vorzeige-Land haben nun einige Betriebe ein Pfandsystem für Mehrwegkaffeebecher eingeführt. (Quelle: enorm & Deutsche Umwelthilfe)

Wer nicht zum Einwegbecherberg beitragen möchte, kann sich entweder ins Café hineinsetzen und das Getränk auf die altmodische Art genießen, einen eigenen Mehrwegbecher mitnehmen oder sich seit Kurzem in einigen deutschen Städten einen Mehrwegbecher ausleihen. Der Kunde oder die Kundin holt sich also ein Getränk im Mehrwegbecher und kann den Becher entweder am selben Ort oder bei einem Pfandsystem-Partner zurückgeben. Dort wird der Becher gereinigt und steht wieder zur Verfügung. Der Vorteil gegenüber den herkömmlichen, persönlichen Mehrwegbechern ist, dass man diesen, wenn er leer ist, einfach wieder abgeben kann und ihn weder herumtragen noch selbst ausspülen muss.

Gerade Start-ups haben seit 2016 Pfandsysteme in mehreren deutschen Städten eingeführt. Darunter Recup aus Rosenheim. Das Start-up betreibt Mehrwegbecherpfandsysteme in 70 Städten in Deutschland, darunter Berlin, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Köln, München und viele mehr. In manchen Städten ist nur ein einzelnes Café oder eine Bäckerei dabei, in anderen sind richtige Netzwerke entstanden, zum Vorteil der KundInnen. Unternehmen können das System und die Recup-Becher auch intern einführen, Allianz und Sky haben das bereits getan. Recup lädt ausdrücklich die Verantwortlichen in den Städten dazu ein, sich bei dem Start-up zu melden, zu den Adressaten gehört auch die Abfallwirtschaft.

Das erste Mehrwegbecherpfandsystem, das von einer deutschen Stadt selbst eingeführt wurde, hat die Freiburger Abfallwirtschaft gemeinsam mit Cafébetreibern im November 2016 mit dem Pfandsystem FreiburgCup gestartet. Angefangen hat das Projekt mit 14 Partnerbetrieben, mittlerweile sind es 93 in der ganzen Stadt.

In Kulmbach und Göttingen haben Schülerinnen und Schüler erfolgreiche Pfandsysteme für Mehrwegbecher entwickelt.

In Österreich sind dem VABÖ außer bei Veranstaltungen keine Pfandsysteme für Mehrwegbecher bekannt. In der Kaffeehausbranche in Wien gibt es aber durchaus Dialogbereitschaft, wie der ORF herausfand.

In Irland erwägt die Regierung derweil eine Abgabe auf Kaffee zum Mitnehmen in Einwegbechern, um den Verbrauch zu reduzieren. Eine ähnliche Abgabe gibt es dort bereits für Plastiksackerln (Siehe auch Artikel 4 in diesem VABÖ-Newsletter).

Wer doch einen eigenen Mehrwegbecher haben oder einen verschenken möchte, findet hier die Empfehlung von enorm für einen Mehrwegbecher zum Falten.

Mehr Informationen:

enorm: Diese Städte haben bereits Mehrwegbecherpfand
Deutsche Umwelthilfe: Coffee to go-Einwegbecher – Umweltauswirkungen und Alternativen, Projekt Becherheld
Webseite von Recup
FreiburgCup
Kulmbecher
FairCup in Göttingen
ORF: Pfandkaffeebecher in Wien denkbar
Einwegbecherabgabe in Irland (Englisch)
enorm: Mehrwegbecher zum Falten
Österreich: Offener Brief Mehrweg
Für ausführliche Informationen zum Thema Mehrweg empfehlen wir das VABÖ-Blatt Nr. 1/2016.


04. Abfallvermeidung in Irland:
Abgabe auf Einwegbecher

Wegwerfkaffeebecher
© Martin Jäger, pixelio.de

Die irische Regierung möchte das Aufkommen von Wegwerfkaffeebechern reduzieren und plant deshalb eine Abgabe von 10-15 Cent pro Kaffee im Einwegbecher, so das irische Umweltamt.

Die Kaffee-To-Go-Abgabe soll die KonsumentInnen ermutigen, ihre eigenen Mehrwegbecher zu verwenden. Der Preis eines Kaffees zum Mitnehmen im Wegwerfbecher würde damit von etwa 2,50 € auf 2,65 € ansteigen. Irland hat bereits positive Erfahrungen mit einer ähnlichen Abgabe gemacht. Seit 2002 fallen für Plastiksackerln 5-15 Cent an, der Verbrauch sank seither um 90 %.

Umweltminister Denis Naughten bestätigt, dass diese Maßnahme derzeit evaluiert wird, da in Irland jeden Tag zwei Millionen Wegwerfkaffeebecher im Müll landen.

Der Minister plant, den finanziellen Anreiz mit Mehrwegalternativen und verbesserter Kommunikation zum Umweltrisiko von Wegwerfbechern zu kombinieren. Die Mehrwegalternative ist ein Becherpoolingsystem, ähnlich wie es das in Deutschland immer mehr gibt (siehe Artikel 3 in diesem VABö-Newsletter). Wenn das Programm auf nationaler Ebene umgesetzt wird, könnten die Kundinnen und Kunden in einem teilnehmenden Café oder in einer Bäckerei einen Kaffee im Mehrwegbecher mitnehmen und in einem anderen Partnerbetrieb zurückgeben und das überall in Irland. Man befinde sich bereits im Gespräch mit der Cafékette Insomnia und der Supermarktkette Supermac’s.

Naughten arbeitet dabei auch eng mit seiner schottischen Amtskollegin zusammen, die angekündigt hat, eine 5-Cent-Abgabe auf Einwegkaffeebecher einzuführen.

In der irischen Kleinstadt Roscommon gibt es bereits ein Pilotprojekt mit Mehrwegbechern von einer örtlichen Umweltorganisation. Die Erlöse aus dem Verkauf der Becher kommen Projekten für den Umweltschutz zugute.

Die Grüne Partei Irlands begrüßt den Vorschlag und nahm ihn bereits in ihren Abfallvermeidungsplan für 2017 auf. In diesem Papier fordert die Partei, dass Einwegkaffeebecher, die weder recycelt noch kompostiert werden können, ganz verboten werden.

Mehr Informationen …

Coffee levy considered in bid to reduce disposable cup waste (Englisch)
Plastic Bag Levy (Englisch)
VABÖ-Newsletter Dezember: Pfandsysteme für Mehrwegkaffeebecher


05. Schweizer Littering Toolbox:
Best Practices gegen achtloses Wegwerfen

Littering-Toolbox
© Littering-Toolbox - Logo

In der Littering Toolbox sammeln 17 Schweizer Kantone und Liechtenstein Informationen zu Anti-Littering-Projekten und macht diese freizugänglich. Das Ziel der Online-Plattform ist, die zahlreichen kreativen Kampagnen, die von Gemeinden und Schulen umgesetzt werden, zu sammeln und das Wissen für alle zugänglich und damit nutzbar zu machen.
(Quelle: euroticker)

Zielgruppen sind Städte, Gemeinden und Schulen. Getragen wird das Projekt von den Kantonen, dem Fürstentum Liechtenstein, der IG saubere Umwelt, der Fachorganisation Kommunale Infrastruktur und dem Schweizer Bundesamt für Umwelt.

Denn laut Stefan Rüegg von der Fachstelle Abfall im Amt für Umweltschutz stellen sich den Zuständigen der Abfallwirtschaft überall dieselben Fragen: Mit welchen Maßnahmen können sie die Innenstädte sauber halten? Wie können sie schon bei den Schülerinnen und Schülern ansetzen, um sie für das Problem vom achtlosen Wegwerfen zu sensibilisieren? Wie können sie die Allgemeinheit dazu anhalten, ihre Essensverpackungen auch in Parks und an anderen öffentlichen Orten ordnungsgemäß zu entsorgen? Die Littering-Toolbox gebe den Verantwortlichen Ansätze, sodass nicht jeder für sich das Rad neu erfinden müsse.

Um die Suche nach der richtigen Maßnahme zu vereinfachen, wurde die Seite im November diesen Jahres erneuert: Auf der Suche nach einer Maßnahme können Sie die Projekte filtern nach Situation, in der das Littering auftritt, zum Beispiel eine Haltestelle oder eine Veranstaltung, welche Art der Maßnahme bevorzugt wird, zum Beispiel Sensibilisierung oder Partizipation, und nach der Zielgruppe, zum Beispiel RaucherInnen oder SchülerInnen. Ab 2018 wird auch der Filterpunkt Budget zur Verfügung stehen. Zum einzelnen durchgeführten Projekt finden Sie eine Beschreibung inklusive Dauer und eine Kontaktperson. Ein solches Projekt sind beispielsweise die „Dankbaren Abfalleimer”, die beim Hineinwerfen von Abfall eine aufgenommene Tonspur abspielen.

Mehr Informationen …

Bericht auf euroticker
Webseite von Littering Toolbox
Dankbare Abfalleimer

Für Österreich:
VABÖ-Blatt 3/2016: Reinwerfen statt Wegwerfen
VABÖ-Blatt 3/2014: Littering
Anti-Littering-Preis „Reinwerfen statt Wegwerfen“
Salzburger Litteringstudie


06. Um Verschwendung bis 2030 zu halbieren:
Investitionen gegen Lebensmittelverlust

Lebensmittelverschwendung
© 77865 RK_by_Kunstzirkus, pixelio.de

Während weltweit 815 Menschen hungern, wird ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeworfen, ein beträchtlicher Teil davon bereits im Herstellungsprozess. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich Investitionen in den schonenderen Umgang mit Essen rentieren. (Quelle: enorm)

Häufige Gründe für die enorme Verschwendung entlang der Produktionskette sind mangelnde Technik oder fehlende Gelder. So geht ein Teil der Lebensmittel wegen der Umstände bei Lagerung, Transport oder Kühlung verloren. Für die Produktion der Lebensmittel wurden bereits zuvor Energie, Arbeitskraft und Land eingesetzt und große Mengen an CO2 emittiert. Würde das CO2, das dabei unnötigerweise produziert wird, von einem einzigen Land ausgestoßen, wäre dieses Land hinter den USA und China weltweit der drittgrößte Emittent. Das alles scheint aber für den Handel und die Produktionsunternehmen kein ausreichender Grund zu sein, um keine Lebensmittel zu verschwenden.

Die Gruppe Champions 12.3 engagiert sich für die Erreichung des dritten Unterziels des UN-Nachhaltigkeitsziels SDG 12: „Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030“ und hat WissenschaftlerInnen beauftragt, zu berechnen, wie viel die Unternehmen sparen können, wenn sie Lebensmittelverschwendung vermeiden. Diese analysierten die Gewinne von 700 Unternehmen in 120 Ländern, die in Maßnahmen für weniger Lebensmittelverschwendung investiert haben und fanden heraus, dass es sich für 99 % der Unternehmen auszahlte. Im Median brachte ein investierter Dollar 14 Dollar ein.

Diese Mehrgewinne wurden von den Unternehmen ganz unterschiedlich verwendet, zum Beispiel für ein Mitarbeitertraining zum besseren Umgang mit Lebensmitteln, für Verbesserungen in der Lagerung oder im Transport. Mit einer verbesserten Verpackung konnte man zum Beispiel Transportschäden an Tomaten in Südostasien reduzieren.

Mehr Informationen:

Artikel von enorm: Essen retten, Gewinne machen
Über Champions 12.3 (Englisch)
Studie: The business case for reducing food loss and waste (Englisch)
VABÖ-Blatt 3/2017: UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs)
VABÖ-Blatt 1/2015: Lebensmittelabfälle
Studie des Österreichischen Ökologie Instituts: Abfallvermeidung in der Lebensmittelproduktion


07. Einfach, aber persönlich:
Abfallarme Weihnachten

Abfallarme Weihnachten
© Greta Sparer, RepaNet

Sinnvoll, mit möglichst wenig Abfall verbunden, regional produziert, selbstgemacht oder re-used. Was schenken? RepaNet-Gastbeitrag von Greta Sparer. Mehr lesen

Hier die Liste mit meinen Geschenk- und Verpackungsideen:

Gekauftes:

Bücher sind fast immer sinnvoll, lassen sich jahrzehntelang weiterverwenden, weitergeben und sind interessanter Gesprächsstoff. Am liebsten verschenke ich, was ich selbst gerne gelesen habe oder kaufe etwas im Weltladen. Mein Bruder bekommt dieses Jahr ein Insektenkochbuch, das gibt es zum Beispiel hier.

Abonnements, Spenden, Tickets und Gutscheine: Ein Abonnement für eine (E-)Zeitung, ein (E-)Magazin, den öffentlichen Verkehr, eine Spende für die Caritas, eine Umweltschutzorganisation, ein gemeinnütziges Projekt. Für eine Spende für Entwicklungsprojekte gibt es manchmal von der Organisation eine Karte, einen Kalender oder ein Zertifikat, das ich unter den Baum legen kann. Das geht mindestens so gut mit Karten fürs Theater, Konzerte usw. Auch Gutscheine können etwas Besonderes sein, zum Beispiel für die Reparatur eines liebgewonnenen Elektrogerätes, etwa beim R.U.S.Z in Wien, das es inzwischen auch in Graz gibt. Ich werde einen Gutschein für diesen Puppenbauworkshop verschenken, den ich selbst erst vor kurzem gemacht habe.

Re-Use-Produkte sind nicht nur ökologisch sinnvolle Geschenke. Sie sind außerdem in der Regel einzigartiger und mit viel Liebe ausgesucht. Ich habe schon meiner Nichte ein Laufrad, meiner Mutter hübsche Dessertteller und einer Freundin einen dringend gebrauchten Staubsauger geschenkt.

Kaffee, Gewürze oder sonstige Luxuskonsumgüter mit Fair-Trade-Siegel oder aus der Region, die man sich selber nicht alltäglich leistet.

Upcycling-Produkte vom DRZ Trash-Design Persönliches und Selbstgemachtes:

Wir haben alle unsere Spezialitäten, meine sind fiktive Texte, Weihnachten nehme ich da als alljährlichen Anlass, meine Eltern mit einer kleinen Sammlung auf den neuesten Stand zu bringen. Eine Freundin zeichnet wunderbar, eine andere arbeitet mit Holz, ein anderer fotografiert leidenschaftlich, noch einer häkelte einmal Schals für alle, ein anderer wurde vor einiger Zeit zum Imker. Mit Leidenschaft hergestellte Geschenke kommen super an und machen schon beim Vorbereiten Freude. Inspiration und neue Ideen gibt es auf zahlreichen Do-It-Yourself-Seiten im Internet.

Wiederverwendbare Verpackungen als Buchschutzumschlag: Hineingekommen sind der übliche Kaffee oder ein Buch, aber für die Verpackungen habe ich mir für jenes Weihnachten vor zwei Jahren etwas Besonderes überlegt: wiederverwendbare Buchumschläge aus Second-Hand-Stoffen. Die sind einfach und mit relativ wenig Materialaufwand zu nähen. Ich habe dafür einfach ein rechteckiges Stück Stoff ausgeschnitten, das groß genug war, um das Geschenk damit gut zu umwickeln. Dann einmal an den Seiten zunähen, sodass eine Tasche entsteht, umstülpen (wegen der Naht), eventuell noch die Ränder an der Öffnung umnähen, damit sie nicht ausfransen, Geschenk rein, Schleife drüber (siehe Foto). Stoffe gibt es zum Beispiel in meinem Carla um die Ecke. Verschiedene Nähanleitungen gibt es hier, Nähcafés in Österreich findet ihr hier. Nach Weihnachten kann man die Verpackungen entweder weiterverwenden für Bücher u.ä. oder fürs nächste Jahr beiseite legen. Ich re-use auch Verpackungen, behalte Geschenkpapier auf, verwende Kartonschachteln wieder oder verpacke mit Zeitungspapier.

 Waschmittel aus Soda und Kernseife gab es vor ein paar Jahren zu allen Geschenken dazu. Das kann man zwar auch direkt vor dem Waschen einfach zusammenmischen, ich habe es zum Verschenken aber schon vorbereitet, also die Kernseife gerieben, mit ungefähr derselben Menge an Kristallsoda vermischt und in ein sauberes Glas mit Schraubdeckel gefüllt. Heraus kommt ein geruchsarmes und umweltfreundlicheres Waschmittel, das sich genauso wie ein gekauftes verwenden lässt. Ich nehme immer etwas mehr Soda als Kernseife, einfach weil ich das nicht erst kleinreiben muss.

Lebensmittel aus Eigenproduktion habe ich selber noch nicht verschenkt, aber ich freue mich immer über Kräutersalz, Marmeladen, Liköre, Chutneys, Kekse und anderes. Das waren einmal ein paar Ideen. Ich versuche mich auch an Fotoalben, andere basteln Kalender, nähen Kissen oder verschenken Gutscheine für gemeinsame Ausflüge. Ich habe auch schon wiederverwendbare Gemüsackerln bekommen, Bettwäsche, Pyjamas, selbstgestrickte Handschuhe, also Alltagsdinge, die ich mir teilweise wünsche, Selbstgemachtes und solche Geschenke, die genau zu mir passen.

Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!

RepaNet ist die freiwillige und gemeinnützige Interessenvertretung der Re-Use- und Reparatur-Betriebe und -Netzwerke in Österreich, engagiert sich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen bei der Wiederverwendung gebrauchter Produkte und für die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesem Geschäftsfeld für benachteiligte Personen am Arbeitsmarkt, insbesondere in sozialen Integrationsunternehmen (SIUs).

Dieser Newsletter wird gefördert vom:
Ministerium für ein lebenswertes Österreich

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